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CARSTEN LENZ 30 JAHRE AN DER SAALKIRCHE

Am 1.7.1996 trat Carsten Lenz die damalige Dekanatskirchenmusikerstelle an. Seither hat er mit großartigem Fleiß, Kreativität und Ideenreichtum seine kirchenmusikalische Arbeit an der Saalkirche aufs Fruchtbarste gestaltet. Ein Jahr zuvor hatten wir den späteren Prof. Torsten Laux verabschiedet. Unter drei Bewerbern hat er sich mit seinem frischen, moderne Stile einbeziehenden und facetten-reichen Orgelspiel durchgesetzt.

Da Carsten Lenz im Studium bereits das Fach Kinderchorarbeit belegt hatte, war seine erste große Tat: Gründung eines Kinderchores. Er ging zur Werbung in die Schulen. Aus diesen Anfängen sind heute 5 altersgestaffelte Kinderchorgruppen gewachsen. Einige damalige Kinder singen heute im Erwachsenenchor! 1997 gründete er den Telemann-Chor. Im Laufe der Jahre hat er einen heute ca. 70 Mitglieder umfassenden harmonischen Klangkörper geformt, der auch große klassische Standardwerke bravourös meistert. An dieser grandiosen Chorarbeit hat die Stimmbildung und insbesondere seine Frau Iris maßgeblichen Anteil. Sie trainiert für schwierige Werke oftmals die Frauen, während Carsten parallel die Männerproben leitet. Bei Gottesdiensten mit Chorgruppen wechseln sich beide in der Chorleitung und Orgelbegleitung ab. Bis zu meiner Pensionierung 2011 durfte ich mit Carsten die Gottesdienste gemeinsam planen, und so wurden sie durch die harmonische Zusammenführung von Musik mit Wort und Liturgie zu „ästhetischen Kunstwerken“.

Schon in den späten 80er Jahren kam der Wunsch nach einer größeren, dem Raum angepassten Orgel auf. Aber erst unter der Ägide Lenz wurde es konkret. In einem neu gegründeten Orgelbauausschuss wurde in enger Kooperation mit dem damaligen Kirchenvorstand und dem Förderkreis für Kirchenmusik an der Saalkirche e.V. beraten: Welche Stilrichtung, Klangfarbe und Technik sollte die Orgel haben? Die Idee, nach einer gebrauchten Orgel Ausschau zu halten, kam von Carsten. Und dann fand er im Internet das Verkaufsangebot einer SkinnerOrgel in Newark/USA. Binnen 8 Tagen hatten wir den Kaufpreis zusammen und erhielten gegen zahlreiche Konkurrenten den Zuschlag.
Der Fortgang ist bekannt:

Die Hauptorgel steht auf der Westempore! Und am 6. Mai hat Orgelbaufirma Klais die Pfeifen der Chororgel hier abgeholt, wird sie restaurieren und im nächsten Jahr in der Saalkirche unter der Dreymann-Orgel aufstellen.

Seither haben sich die Chorarbeit und die Konzertszene an der Saalkirche in einer phantastischen Weise entwickelt, so dass wir in der Saalkirche im regionalen Umland ein Alleinstellungsmerkmal haben. Dabei sind es nicht nur die in Europa einzigartige Skinner-Orgel, sondern auch die zahllosen Konzerte in vielen Besetzungsvariationen mit Leinwandübertragung der Spielanlage, dem kostenlosen Schluck Orgelwein nach dem Konzert und der Sitzplatzreservierung, die zu diesem einzigartigen Aufschwung beigetragen haben. Nicht zuletzt waren es die zahlreichen ZDF- Übertragungen der Gottesdienste mit Chor und Solisten, die ein positives Echo im gesamten deutschsprachigen europäischen Raum hervorgerufen haben.

Von seinem Vorgänger hat unser Kantor die Herbstmusiktage „geerbt“. Aber er hat sie im Laufe der Zeit zu einem Ganzjahresprogramm an Konzerten entwickelt: Orgelkonzerte im Duo mit Iris zu vier Händen und vier Füßen, Stummfilmaufführungen mit originaler Orgelbegleitung, Orgelweinproben, Literatur und Orgel, Krebbelkaffee und die legendären Silvesterkonzerte – um nur einige Highlights zu nennen. Die Produktion eigener CDs, eine professionelle Werbung und Konzertreisen des „Orgel-Duo“-Ehepaares Lenz im Inund Ausland sind ebenso erwähnenswert wie die Einbeziehung der eigenen Kinder, sei es Sohn Stefan mit Trompetenklängen oder der Tochter Christiane als Chorsängerin.

Die Saalkirchengemeinde, der Kirchenvorstand (heute Ortsausschuss), der Förderkreis für Kirchenmusik, die Pfarrerinnen Waßmann-Böhm und Grünenwald und nicht zuletzt ich als langjähriger Pfarrer an der Saalkirche sind sehr stolz auf diese großartige Leistung. Wir alle gratulieren Carsten Lenz (und seiner ganzen Familie) sehr herzlich zum 30. Dienstjubiläum an der Saalkirche und sprechen ihm unseren tiefen Dank aus. Wir werden das Jubiläum am 30. August in einem großen musikalischen Gottesdienst miteinander feiern.

Für die Zukunft wünschen wir dem Jubilar, dass ihm seine künstlerischen Fähigkeiten und reichen Ideen noch lange erhalten bleiben. Lieber Carsten, mögest Du gesund und agil die Früchte Deiner langen, harten und so erfolgreichen Aufbauarbeit noch lange mit uns genießen – hoffentlich bis zu Deiner Pensionierung hier an der Saalkirche.

Gott segne Dich, Deine Familie und die ganze Saalkirchengemeinde.

Pfarrer i.R. Dr. Ernst L. Fellechner