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Konfirmanden

Wie ist das mit dem Tod? Wie ist das mit der Trauer?

Unter diesen Fragen standen die beiden Unterrichtseinheiten für die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Burgkirche und der Saalkirche in den Tagen vor dem Ewigkeitssonntag. In den letzten Jahren durfte ich immer wieder den Konfirmandenunterricht in meiner Funktion als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Hospizgruppe Ingelheim e.V. mit Elementen des weiterführenden Hospizschulprojektes „Endlich“ begleiten. – Vielen Dank an dieser Stelle an die Gemeinde und Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm!

Es ist wahrlich kein einfaches Thema: Das gewisse Unbehagen konnte man an dem ein oder anderen Gesicht zu Beginn durchaus ablesen...
Eine auf den ersten Blick nicht zu durchschauende, aber dann doch sehr eindrückliche Selbsterfahrungsübung machte den Jugendlichen deutlich, was die Endgültigkeit des Todes für verschiedene Auswirkungen hat: Zum einen natürlich, für den, der „gehen“ muss, aber eben auch für diejenigen, die zurückbleiben – am Ende sogar ganz allein. Darüber hinaus wurde im Gespräch aber auch deutlich, welche Chancen sich für das jetzige Leben, für den Umgang mit den Lebenden jetzt und heute ergibt, wo man die Liebsten noch um sich hat: Die Zeit wertvoll gemeinsam zu nutzen!

Was wirklich wichtig ist im Leben wurde eindrücklich deutlich in einer kurzen anonymen Reflexion über die Frage: Welche Wünsche hätte ich noch, was ginge in mir vor, wenn ich wüsste, dass ich nur noch einen Tag zu leben hätte.

Ein Beispiel für fast alle Äußerungen soll hier stellvertretend zitiert werden: Ich hätte Angst davor, was nach dem Tod passiert und wie es meiner Familie geht. Und ich hätte Angst, meine Familie und auch meine Freunde nicht mehr zu sehen. Deshalb würde ich am letzten Tag meines Lebens die ganze Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen.

Beim Besprechen von Traueranzeigen stellten wir fest, wie viel Information und Würdigung und auch wie viel Herzblut der Hinterbliebenen über die „Anzeige“ hinaus in diesen Annoncen steckt.

Wie gehe ich denn überhaupt mit Menschen um, die einen starken Verlust erlitten haben? Manchmal kann man nicht mehr tun, als den Trauernden zu signalisieren, dass man an sie denkt, dass man mitfühlt, aber vor allem, dass man sie nicht vergessen hat. Dazu haben die KonfirmandInnen eine ganz persönliche Trauer- bzw. Trostkarte gestaltet und/oder geschrieben.

Abschließend konnten sie anhand zweier kurzer Filme erleben, wie ungewohnt anders andere Kulturen, beispielsweise in Ghana oder auch Mexiko, mit Tod und Trauer umgehen.

In beiden Unterrichtseinheiten konnten die Konfirmandinnen und Konfirmanden anhand von Erzählungen aus dem „Hospizalltag“ auch so Einiges über diese Arbeit und ihre Herausforderungen erfahren.