Meditation


Impuls

Dunkle Tage, lange Nächte – wir gehen auf den Winter zu.

Ich merke, wie ich mich in dieser Zeit nach Licht sehne, nach Helligkeit und Sonnenschein. Früh brauche ich das Licht zum wach werden und später am Tag für eine zuversichtliche Stimmung.

Die Dichterin Eva Strittmatter beschreibt in dem Gedicht „Vor einem Winter“, was sie für die dunkle Jahreszeit braucht:
„Ich mach ein Lied aus Stille. Ich mach ein Lied aus Licht. So geh ich in den Winter. Und so vergeh ich nicht.“ (E. Strittmatter)

Ich habe mich auf die Spur des Lichtes begeben, das in uns und um uns leuchtet. Und habe mir überlegt, wie ich die Zeilen von Eva Strittmatter mit Versen aus der Bibel und eigenen Gedanken weiterspinnen würde: Mein eigenes Lied von Gott, aus Stille und aus Licht. In meinem Lied klingt die Stille des Wartens. Die wünsche ich mir zwischen allen Vorbereitungen für Weihnachten. In die Strophen webe ich das Licht von Kerzen und den Adventsstern in der Kirche. Die wünsche ich mir zwischen allen bunt blinkenden Girlanden. Und in meinem Lied würden auch die Worte von Jesaja klingen: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt. Dass mein Lied und ich selbst leuchten von der Hoffnung auf Gott, das wünsche ich mir.

In der dunklen Zeit freue ich mich auf den Advent und warte auf Weihnachten. Das Wort Advent heißt Ankunft: Licht kommt ins Dunkel. Ein Lied kommt in die Stille. Gott kommt zu uns. Schon der Gedanke daran, dass ich nicht allein im Dunkel bleibe, dass das Dunkel nicht dunkel bleiben wird, macht es hell und licht in mir.

Ich wünsche Ihnen für die dunkle Jahreszeit viel Licht von Innen: Lieder und Zeiten der Stille, die es hell machen. Und die Hoffnung auf Gottes Kommen, die von Weihnachten schon zu uns leuchtet. Machen wir uns auf zu singen, zu schweigen, zu hoffen und licht zu werden.


Ihre Vikarin,

Theresa Reinhardt