Meditation


Impuls

Liebe Gemeinde,


Durch das Leiden in den Tod – und am Ende steht das Leben: am Ende der siebenwöchigen Passionszeit feiern wir an Ostern das Leben, das den Tod besiegt hat. Dass der Tod uns sicher ist, das können wir gut glauben, aber an die Auferstehung zu glauben, fällt oft schwerer.
Und das war von Anfang an so: Entsetzt flohen die Frauen vom leeren Grab. Als die Jünger hörten, dass der Gekreuzigte lebt, glaubten sie es nicht. Und als der Apostel Paulus vor den gebildeten Athenern von Ostern sprach und über die Auferstehung der Toten predigte, lachten die meisten seiner Zuhörer ihn aus.
Die Auferstehung Jesu: Das ist etwas Ungeheuerliches, das sprengt den Rahmes des Vorstellbaren. Und im Grunde drehen sich die Ostergeschichten der Bibel alle um die eine Frage: Gibt es nur den Menschen mit seinen Gedanken, Träumen und Gefühlen – oder ist darüber hinaus auch noch mit einer anderen Wirklichkeit, der Wirklichkeit Gottes, zu rechnen?
Benjamin Franklin, der amerikanische Staatsmann, Buchdrucker und Erfinder des Blitzableiters, rechnete mit Gott. So können wir auf seiner Grabinschrift lesen, die er noch zu seinen Lebzeiten selbst dichtete:


Hier ruht, Speise für die Würmer, der Körper von Benjamin Franklin, Buchdrucker / Gleich dem Deckel eines alten Buches, aus welchem die Blätter gerissen, dessen Einband abgebraucht ist / Aber das Werk wird nicht verloren sein, denn es wird wieder erscheinen, so hofft er, in einer neuen Auflage, durchgesehen und verbessert vom Verfasser.



Welch ein tiefsinniges und heiteres Bild für die Hoffnung auf die Auferstehung!

Ich freue mich darauf, Ostern mit Ihnen zu feiern!


Ihre Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm