Meditation


Impuls

Du siehst gut aus. Du bist wertvoll. Du wirst gebraucht.

Das sind kleine Sätze mit großer Wirkung: Da schätzt mich jemand, auch wenn ich es selbst schon nicht mehr tue und aufgegeben habe. Das tut gut, das macht Mut und das spornt an. Viele kennen die Zweifel, ob die eigene Leistung ausreicht und das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Aber es kommt noch besser: Du bist heilig! Also auch Gott schätzt mich, glaubt an mich! Für Martin Luther war das die größte Entdeckung, die er in seinem Leben machte. Eine Entdeckung, die mit der Reformation die Welt veränderte. Damals meinten die Menschen, sie müssten große Leistungen erbringen – gute Werke –, um Gott zu beeindrucken. Doch Martin Luther erkannte, dass das gar nicht der Fall war: Gott liebt uns und nimmt uns an. Für jeden Einzelnen gilt: „Du musst nichts leisten, um von Gott geliebt zu werden.“ Alles, was du tun musst, ist das zu glauben, also ganz auf Gott zu vertrauen.

Geheiligt sind wir nicht, weil wir etwa vollkommen wären, sondern weil wir zu Gott gehören. Nach seinem Ebenbild hat uns der heilige Gott geschaffen. Wir sind also kostbar, wertvoll. Die anderen auch. Ist damit egal, was wir ansonsten tun? Nein. Entscheidend ist aber die Reihenfolge. Nicht unsere eigenen guten Taten erzeugen Gottes Liebe, sondern Gottes Liebe erzeugt in uns den Antrieb zu guten Taten.

„Du musst ernster nehmen, dass Du ein Heiliger bist, als dass Du Hans oder Kunz heißt!“

Mit diesem Zitat von Martin Luther will ich Sie neugierig machen auf die neue Impulspost unserer Landeskirche zum Reformationsjahr, die in diesen Tagen alle evangelischen Haushalte erreicht.


Es grüßt Sie ganz herzlich Ihre

Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm