Neues


Die Glocken der Nieder- Ingelheimer Saalkirche – neue Kleine Schrift des Historischen Vereins

Glocken haben vielfältige Aufgaben: Sie können u.a. mit ihrem Schlag vor Gefahren warnen, die Uhrzeit in die Ferne tragen, zum Gottesdienst rufen. Die jüngst erschiene Schrift zu den Glocken der Saalkirche versucht deren Geschichte mit zahlreichen Bildern anhand vorhandener Quellen nachzuzeichnen. Sichere Hinweise auf Glocken der Saalkirche finden sich trotz des hohen Alters des Gotteshauses wie auch der wichtigen Funktionen des Geläutes erst im 18. Jahrhundert. In einem Schreiben des Nieder-Ingelheimer Schaffners Uebelacker von 1712 wird eine Glocke erwähnt, die 1685 auf kurpfälzischen Befehl nach Heidelberg verbracht wurde. Vieles bleibt hier im Dunkel der Geschichte. Ob diese Glocke irgendwann nach Ingelheim zurückkehrte ist unbekannt. Sicher ist aber, dass 1744 zwei neue Glocken gegossen wurden, von der eine bereits 1790 sprang. Im Jahr 1812 wurde Ersatz beschafft. Nach der Wiederherstellung des Gotteshauses zu Beginn des 19. Jahrhunderts rückte auch das Geläut wieder stärker in den Vordergrund. Der Anschaffung neuer Stahlglocken 1861, die heute noch im Glockenturm erhalten sind, gingen umfangreiche Beratungen in voraus. Die Schrift des Historischen Vereins Ingelheim zeichnet mit vielen bislang in der Forschung nicht beachteten Quellen deren Geschichte detailliert nach. Die finanziellen Belastungen für ein neues Geläut und Glockenturm werden ebenso sichtbar wie die vielen Mühen zur Schaffung eines harmonischen Klanges. Die Saalkirchengemeinde setzte aus Kostengründen auf hochmoderne Stahlglocken, was zu dieser Zeit innovativ war, sicher aber auch ein Risiko und sogar Anfeindungen mit sich brachte. Am 27. August 2017 um 11.00 Uhr werden die beiden Autoren Barbara Timm und Dr. Alexander Krey die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in der Saalkirche vorstellen.


Dr. Alexander Krey